Zinsfestschreibung – worauf sollte man achten?

Was ist eine Zinsfestschreibung? Im Zuge einer Baufinanzierung muss sich der Kreditnehmer zwischen vielen Möglichkeiten entscheiden, wie zum Beispiel für die Art des Darlehens oder auch für eine bestimmte Darlehenssumme. Wer sich für einen Immobilienkredit in Form des Annuitätendarlehens entscheidet, was nach wie vor die weitaus meisten Kreditnehmer in diesem Bereich tun, dem werden in aller Regel zwei Kreditvarianten angeboten.

Und zwar können sich die Kunden im Normalfall zwischen einem variabel verzinslichen Darlehen und einem Kredit mit Zinsfestschreibung entscheiden. Unter der Zinsfestschreibung wird verstanden, dass die vom Kreditnehmer zu zahlenden Darlehenszinsen für einen gewissen Zeitraum seitens der Bank nicht verändert werden können.

Beim variabel verzinslichen Immobilienkredit wäre es hingegen so, dass der Kreditgeber die Darlehenszinsen nach Belieben anpassen dürfte. Was die Dauer der Zinsfestschreibung betrifft, so bieten die meisten Banken fünf oder auch zehn Jahre an. Manche Kreditinstitute offerieren sogar noch längere Laufzeiten, die mitunter bis zu 20 Jahren reichen können.
 

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Welche Vorteile beinhaltet die Zinsfestschreibung?

Wer sich als Kreditnehmer für ein Darlehen mit Zinsfestschreibung entscheidet, der kann von einigen Vorteilen profitieren. Ein wesentlicher Vorteil besteht bei der Zinsfestschreibung darin, dass der Kunde eine hohe Kalkulationssicherheit erhält. Denn da sich die Kreditzinsen während der vereinbarten Dauer nicht ändern dürfen, weiß der Kreditnehmer genau, welche Belastungen auf ihn zukommen.

Ein großer Vorteil der Zinsfestschreibung kommt dann zum Tragen, falls die Hypothekenzinsen nach Abschluss der Vereinbarung steigen sollten. In diesem Fall muss der Kreditnehmer nämlich nicht befürchten, dass er von der Zinserhöhung betroffen ist. Denn während der Zinsfestschreibung darf die Bank den Zinssatz des laufenden Kredites nicht erhöhen.
 

Warum ist die Zinsfestschreibung aktuell empfehlenswert?

Wer sich als Kreditnehmer zwischen der Zinsfestschreibung und einem variabel verzinslichen Immobilienkredit entscheiden muss, der sollte auf zwei Dinge achten, nämlich einerseits auf die aktuellen Hypothekenzinsen und zum anderen auf die Prognose, wie sich die Bauzinsen voraussichtlich in den nächsten Jahren entwickeln könnten.

Derzeit Januar 2014 ist der Markt durch eine absolute Niedrigzinsphase geprägt, sodass Kreditnehmer bei einer Zinsfestschreibung von beispielsweise fünf Jahren zum Teil nur einen Zinssatz von knapp über einem Prozent zahlen müssen. In dieser aktuellen Situation ist es demnach keine Frage, dass sich Kreditnehmer im Zuge der Baufinanzierung für die Zinsfestschreibung entscheiden.

Denn natürlich ist es sinnvoll, sich die aktuell extrem niedrigen Hypothekenzinsen für einen langen Zeitraum zu sichern, da es relativ unwahrscheinlich ist, dass sich die Hypothekenzinsen in einigen Jahren noch auf diesem niedrigen Level befinden werden.

Während die Entscheidung für die Zinsfestschreibung und gegen das variabel verzinsliche Darlehen in der aktuellen Situation einfach und unumstritten ist, ist die Wahl der möglichst optimalen Dauer der Festschreibung nicht so einfach.
 

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Worauf sollte bei der Zinsfestschreibung geachtet werden?

Bei der Zinsfestschreibung sollte zunächst einmal beachtet werden, dass der zu zahlende Zinssatz umso höher ist, desto länger der Zeitraum der Festschreibung gewählt wird.

Einerseits macht es in der aktuellen Niedrigzinsphase natürlich Sinn, die Kreditzinsen über einen möglichst langen Zeitraum festzuschreiben, also beispielsweise für 15 oder 20 Jahre. Auf der anderen Seite sind bei einer Zinsfestschreibung von beispielsweise 20 Jahren natürlich deutlich höhere Kreditzinsen zu zahlen, als wenn der Kreditnehmer sich für eine Festschreibung von lediglich fünf Jahren entscheidet.

Da die Bauzinsen derzeit allerdings extrem niedrig sind, ist es aus Sicht der meisten Experten zu empfehlen, eine Zinsfestschreibung für einen Zeitraum von mindestens zehn Jahren zu wählen.

Darüber hinaus sollte darauf geachtet werden, dass eine möglichst hohe anfängliche Tilgung vereinbart wird. Denn umso geringer die Restschuld nach Ablauf der Zinsfestschreibung noch ist, desto niedriger ist das Risiko, dass der Kreditnehmer sich im Zuge der Anschlussfinanzierung aufgrund höherer Zinsen einer Kreditrate ausgesetzt sieht, die vielleicht nicht mehr tragbar ist.

In der Praxis entscheiden sich daher viele Kreditnehmer bei neu aufgenommen Immobilienkrediten für eine Zinsfestschreibung von zehn Jahren sowie für eine Tilgung von anfänglich drei oder vier Prozent.

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