Hypothek aufnehmen - darauf sollten Sie achten!

Hypothek aufnehmenIm Zusammenhang mit der Aufnahme von Hypothekendarlehen gibt es einige Punkte, die Sie als Kreditsuchender und Kreditnehmer beachten sollten. Wer eine Hypothek aufnehmen möchte, sollte zumindest mit großer Wahrscheinlichkeit dazu in der Lage sein, die sich aus der Kalkulation ergebenden Kreditraten dauerhaft ordnungsgemäß zahlen zu können. Es macht hingegen keinen Sinn, eine zu hohe Darlehenssumme aufzunehmen und sich so eventuell zu überschulden, sodass die Bank letztendlich von ihrem Grundpfandrecht Gebrauch machen muss und eine Zwangsversteigerung der finanzierten Immobilie einberaumt.

In erster Linie sollten Sie jedoch bei der Aufnahme des Darlehens zunächst die Angebote im Bereich Baufinanzierung miteinander vergleichen. Zwar sind die Hypothekenzinsen aktuell äußerst günstig, aber dennoch lässt sich durch einen gezielten Vergleich einiges an Kapital einsparen, insbesondere natürlich hinsichtlich der zu zahlenden Bauzinsen. Darüber hinaus sollten Sie bei der Darlehensaufnahme beachten, dass eventuelle Sondertilgungswünsche berücksichtigt werden. Natürlich spielt auch die Wahl der Zinsgestaltung eine große Rolle. In der derzeitigen Niedrigzinsphase ist nahezu uneingeschränkt eine möglichst lange Zinsbindung in den meisten Fällen die beste Wahl.

Was ist notwendig um ein Darlehen mit Hypothek aufzunehmen?

Bei einem Hypothekendarlehen handelt es sich im Zuge der Baufinanzierung stets um einen Kredit, der mit relativ hohen Darlehenssummen einhergeht. Nicht selten werden solche Darlehen zur Finanzierung einer Immobilie im Rahmen zwischen 100.000 und 500.000 Euro vergeben. Aus diesem Grund ist es verständlich, dass die Banken nicht nur ein großes Interesse an der Darlehenssicherung durch ein Grundpfandrecht haben, insbesondere natürlich durch eine Hypothek bzw. Grundschuld, sondern dass sie darüber hinaus strenge Voraussetzungen an die Vergabe eines Immobilienkredites knüpfen. Demzufolge gibt es einige Voraussetzungen, die Sie als Kreditsuchender erfüllen müssen, wenn Sie ein Darlehen mit Hypothek aufnehmen möchten. In erster Linie handelt es sich dabei um die folgenden Bedingungen, die natürlich von Bank zu Bank etwas abweichend sein können:

  • Regelmäßiges, festes Einkommen vorhanden
  • Keine negativen Einträge in der SCHUFA
  • Insgesamt gute Bonität des Kunden
  • Eigenkapitalquote zwischen 15 und 30 Prozent
  • Kreditrate ist geringer als monatlich frei verfügbares Einkommen
  • Grundschuld oder Hypothek wird als Kreditsicherheit eingetragen

Wie die Voraussetzungen im Detail gestaltet sind, hängt oftmals von der jeweiligen Bank ab. So fordern manche Kreditinstitute beispielsweise zwingend eine Eigenkapitalquote von mindestens 15 Prozent, während andere Banken durchaus dazu bereit sind, eine Baufinanzierung auch ohne Eigenkapital vorzunehmen.

Ähnlich unterschiedlich können die Voraussetzungen beim Einkommen des Kunden sein. Hier bestehen nicht wenige Kreditinstitute auf einem Einkommen aus einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis, wobei der Kunde zum Beispiel bereits mindestens zwei Jahre beim aktuellen Arbeitgeber tätig sein und es sich zudem um einen unbefristeten Arbeitsvertrag handeln muss. Hier sollten Sie stets im Detail nachfragen, welche Voraussetzungen bei der entsprechenden Bank für die Aufnahme eines Darlehens mit Hypothek gelten.

Wann sollte man eine Hypothek aufnehmen?

Wann sollte man eine Hypothek aufnehmenDer wesentliche Grund dafür, eine Hypothek aufzunehmen, ist natürlich die Finanzierung des Kaufs oder des Baus eines Eigenheims. Daher kann es sich beispielsweise um ein freistehendes Einfamilienhaus, um ein Reihenhaus oder auch um eine Eigentumswohnung handeln. Die Hypothek, heutzutage meistens die Grundschuld, wird ohnehin von nahezu jeder Bank zur Darlehenssicherung gefordert. Es ist demzufolge zwingend erforderlich, das jeweilige Grundpfandrecht ins Grundbuch eintragen zu lassen, sodass der Kreditgeber unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit hat, dieses Recht auch zu verwerten. Grundsätzlich kann die Aufnahme einer Hypothek aber nicht nur zur Finanzierung des Kaufs oder Baus eines Eigenheims sinnvoll sein, sondern ebenfalls für folgende Maßnahmen:

  • An- oder Umbauten
  • Größere Sanierungsmaßnahmen
  • Kostspielige Modernisierungen
  • Energiegerechte Sanierung des Eigenheims

In diesen Fällen vergibt die Bank meistens ebenfalls einen Immobilienkredit, sodass die Aufnahme einer Hypothek sinnvoll ist. Unabhängig vom konkreten Anlass ist es natürlich insbesondere in einer Niedrigzinsphase empfehlenswert, eine Hypothek und somit ein Immobiliendarlehen aufzunehmen. Wenn Sie also etwas zeitlichen Spielraum haben, bietet sich die Aufnahme eines Hypothekendarlehens immer dann an, wenn die Kreditzinsen am Markt entweder relativ günstig sind oder mit zukünftig steigenden Hypothekenzinsen zu rechnen ist.

Hypothek auf das Eigenheim aufnehmen - Zinsen & Gebühren

Hypothek aufnehmen Gebuehren & ZinsenIm Zusammenhang mit der Aufnahme einer Hypothek auf das Eigenheim gibt es einige Zinsen und Gebühren, die in Form von Kosten zu berücksichtigen sind. Als Erstes ist natürlich der gewöhnliche Kreditzins zu nennen, also der Hypothekenzins, den die Bank für die Vergabe des Darlehens veranschlagt. Aktuell bewegen sich die Hypothekenzinsen – je nach Bonität und weiteren Faktoren – durchschnittlich zwischen 0,8 und 2,5 Prozent pro Jahr, sodass eine Finanzierung derzeit sehr günstig möglich ist. Neben den gewöhnlichen Kreditzinsen gibt es allerdings noch weitere Zinsen bzw. Gebühren, die im Zusammenhang mit der Aufnahme einer Hypothek stehen können, nämlich:

  • Bereitstellungszinsen
  • Schätzkosten
  • Grundbuchgebühren

Die Bereitstellungszinsen berechnen Banken in aller Regel dann, wenn zwischen der Bereitstellung des Immobilienkredites und der ersten Auszahlung mehrere Monate liegen. Meistens ist dies bei einem Eigenheimbau der Fall, denn dann ruft der Kreditnehmer die Beträge oftmals nach und nach ab. Grundbuchgebühren fallen auf jeden Fall an, denn sowohl die Hypothek als auch die Grundschuld müssen natürlich ins Grundbuch eingetragen werden, um die volle rechtliche Wirksamkeit zu erlangen.

Die aufgelisteten Schätzkosten fallen in aller Regel dann an, wenn die Bank entweder selbst tätig wird oder ein Gutachten erstellen lässt, welches etwas über den aktuellen Verkehrswert der zu finanzierenden Immobilie aussagt.

Sind mehrere Hypotheken auf ein Objekt möglich?

Entgegen der weitverbreiteten Meinung ist es nicht so, dass auf ein Objekt lediglich eine Hypothek aufgenommen werden kann. Stattdessen kommt es mehr Praxis sogar häufiger vor, dass eine Immobilie bzw. ein Grundstück mit mehreren Hypotheken bzw. Grundschulden belastet ist. Für diesen Fall gibt es im Grundbuch einer Rangfolge, mit der die Grundpfandrechte eingetragen werden. Sie können also beispielsweise jetzt für Ihr Einfamilienhaus mit einem aktuellen Verkehrswert von 250.000 Euro beispielsweise eine Hypothek in Höhe von 100.000 Euro aufnehmen und in fünf Jahren, zum Beispiel bei geplanten Umbaumaßnahmen, noch eine zweite Hypothek in Höhe von beispielsweise 50.000 Euro aufnehmen.

Selbstverständlich werden die kreditgebenden Banken allerdings darauf achten, dass der Gesamtwert aller im Grundbuch eingetragen Hypotheken den aktuellen Verkehrswert der Immobilie nicht übersteigt. Darüber hinaus sind mehrere Hypotheken auf ein Objekt oftmals auch deshalb nicht sehr häufig anzutreffen, weil die meisten Kreditinstitute gerne eine erstrangige Hypothek bzw. Grundschuld haben möchten. Wenn jedoch das Objekt bereits mit einer Hypothek oder einer Grundschuld belastet ist, können alle zeitlich folgend eingetragenen Grundpfandrechte maximal zweitrangig und damit gleichermaßen nachrangig sein.